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MONDAINO

MONDAINO

MONDAINO - VOLENDO VIAGGI
Mondaino ist mittlerweile seit Jahren eine der Hauptstädte bei der Herstellung des Gruben-Schafkäses, "Formaggio Pecorino di Fossa“.
Hauptdarsteller des Ereignisses ist die antike und kunstvolle Mühle della Porta di Sotto, wo die in den miozänen Sandsteinfelsen ausgehobenen Gruben während der vier Tage des berühmten Palio del Daino(August) gefüllt und zum Event “Fossa-Käse, Trüffel und Ceres“, dem Schaufenster der typisch herbstlichen Produkte (November), geleert werden. Die Mühle della Porta di Sotto arbeitet mit zahlreichen Fach-Organismen und den wichtigsten Experten und Forschern der Käse- und Molkereibranche, der Gastronomie und des Tourismus zusammen. Ihr ist von der Europäischen Gemeinschaft die Geschützte Ursprungsbezeichnung (D.O.P.) für den traditionellen Fossa-Käse zuerkannt worden, kürzlich wurde sie von der Region Emilia-Romagna im Rahmen des Schaufensters für eine nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet und kann für den im Weizen gelagerten Malatesta-Käse die Kommunale Ursprungsbezeichnung (De.Co) führen.


Die Mühle della Porta di Sotto liegt in Mondaino (Rn), angrenzend an das einstige Montanara-Tor des mächtigen Mauerrings, welcher zur Verteidigung des durch Schlachten und Belagerungen berühmt gewordenen Malatesta- Kastells errichtet wurde. Das sich über drei Stockwerke erstreckende Gebäude aus dem 15. Jahrhundert birgt einen Teil der antiken Zitadelle. Erhalten geblieben sind das geböschte Mauerwerk, die Wachtürme, elegante und steile Bögen, Öl- und Kornmühlen, ein Brunnen und andere interessante artistische und architektonische Sehenswürdigkeiten. Auch verfügt es über drei große zylindrische Gruben, an deren Wänden noch immer die großen Eisennägel zu sehen sind, zur Befestigung von Rohren, Holz und Strohverkleidungen, um Korn, Käse und alles was längere Zeit aufbewahrt werden sollte, vor Feuchtigkeit zu schützen. Die Geschichte von Mondaino ist reich an Schlachten und Belagerungen, welche die Bewohner dazu bewegten, einen mächtigen Mauerring zu verwirklichten, bereichert von dreizehn Wachtürmen und einer uneinnehmbaren Burg (“quae nullo pacto potest expugnari” berichten die antiken Chroniken). Die in diesem Sinn ereignisreichsten Zeiten waren das Mittelalter und die Renaissance als Persönlichkeiten wie Ferrantino, Malatestiano und der große Sigismondo Pandolfo de' Malatesti es zu einem Bollwerk ihrer Expansionspolitik machten. Wie bekannt ist, trafen sie bei dieser Strategie auf formidable Feinde, wie die Kirche von Rom und vor allem die Ghibellinen, welche Anhänger des deutschen Kaisers waren. Das erbittertste Gefecht wurde jedoch gegen die Truppen von Urbino ausgetragen, welche sich schließlich (1462) mit dem berühmten Federico da Montefeltro durchsetzten. Nachdem der Widerstand der Verteidiger gebrochen war, konnte sich nichts im Kastell vor den Plünderungen der Sieger retten. Das Entstehen der Gruben des Tors di Sotto kann leicht auf diese schrecklichen Jahre zurückgeführt werden, als man nämlich versuchte, die Agrar- und Nahrungsvorräte zu retten, indem man sie in großen Gruben versenkte, die im trockenen Sandstein ausgehoben wurden. Die Archivunterlagen von Mondaino berichten hierüber an mehreren Stellen:
[…fovea in platea publica…] (anno 1392)
[…in alia fovea polita in dicto castro settem sestaria ordey…] (anno 1468)

Nachdem man der Gefahr entgangen war, muss es im Unglück der Niederlage eine erfreuliche Überraschung gewesen sein, als die wertvollen, versenkten Güter wieder ans Licht gebracht wurden: bestimmte Lebensmittel waren nicht nur perfekt erhalten geblieben, manche hatten ihren Geschmack sogar angenehm verändert und da war es kein Wunder, dass man den Versuch wiederholte und auch in den folgenden Jahrhunderten Lebensmittel in den Gruben versenkte und ablagerte.


Der Fossa-Käse wurde 2008 mit dem D.O.P. Markenzeichen (Geschützte Ursprungsbezeichnung) ausgezeichnet und ist ein echtes Nischenprodukt, da er unter Einhaltung von DREI GOLDENEN REGELNerzeugt wird: nur reiner Frühjahrs-Schafkäse, der drei Monate lang reifen muss und im August in der Grube eingelagert wird, dies nur einmal pro Jahr, damit die Gruben nicht durch Saturierung “erschöpft” werden, und der Käse seine berühmten organoleptischen Vorzüge verliert.
Die “Göttliche Komödie” von Dante Alighieri umschreibend, könnte man sagen, dass der Käse sich in der Wärme der Grube beim Schlafen im Fegefeuer befreit von Wasser, Salz und Fett, um schließlich zu neuem Leben aufzuerstehen und dem Gaumen ein Paradies an Wohlgeschmack und Aromen zu schenken!
Die Nährwerte des Fossa-Käses sind von seinem geringen Fettgehalt und den wertvollen Enzymen garantiert, die durch den optimalen Reifungsprozess ausgelöst werden (von Mai bis August) sowie von der langen Fermentation (von August bis November).
Dadurch ist der Käse leicht verdaulich und für sämtliche Ernährungsweisen geeignet: von Jugendlichen bis zu Sportlern, von Senioren bis zu Personen mit einem sehr aktiven Lebensstil oder mit zu wenig Bewegung.
Seine Geschmacksnoten und Aromen passen bestens zur romagnolischen und mediterranen Diät, sie bereichern die gastronomischen Werte von Suppen und Vorspeisen, Aufschnitt und Gemüsebeilagen, Honig und Konfitüren, “Piadina romagnola” (eine Art Fladenbrot) und Vollkornbrot, Rotwein wie dem Sangiovese.
Der intensive, delikate und absolut nicht aggressive Geschmack (beim Salon des Geschmacks in Paris wurde er als AGREABLE, d.h. angenehm, bezeichnet) verleiht dem Fossa-Käse seinen ursprünglichen Wert, den man in Mondaino erzielen konnte, hierdurch wird der Formaggio delle Fosse della Porta di Sotto zu einem besonderen Nahrungsmittel für Momente der Entspannung und der Meditation, wobei er hilft, wieder in eine perfekte Form zu kommen und ein psychophysisches Gleichgewicht zu erzielen, mit nicht unbedeutenden aphrodisischen Suggestionen!
Der Formaggio delle Fosse della Porta di Sotto, ist neben der D.O.P. Etikette von einem Markenzeichen charakterisiert, das die Haupteigenschaften des Landstrichs von Mondaino in sich zusammenfasst: eine strahlende Sonne, die leicht als eine Blume zu identifizieren ist, deren Mittelpunkt ein gereifter Käse ist, mit einer typischen strohgelben Farbe. Ringsherum triumphiert die Farbe Grün, als Symbol für das saftige Futter von dem sich die Herden im Frühjahr nähren.
Denn nur die Milch der Monate April und Mai wird zum Formaggio delle Fosse della Porta di Sotto, wenn die Schafe nach den langen Wintermonaten weiden und endlich in vollen Zügen die Energie aufsaugen können, die die Sonne der Natur schenkt.


MALATESTA KASE
Es ist ein frühlingshafter Schafskäse, der drei Monate an der Luft gereift ist und dann von August bis November im Weizen der Mühle della Porta di Sotto di Mondaino (Rn) gegärt hat.
Die Technik, ihn mit einigen Doppelzentnern Weizen zu bedecken, wird NUR IN MONDAINOumgesetzt und geht auf eine antike Tradition der Malatesta zurück, die höchstwahrscheinlich von dem Erfordernis diktiert wurde, den Käse unter einer dichten Kornschicht zu verstecken, um ihn vor Plünderungen zu schützen.
Indem der Weizen in der Wärme und Feuchtigkeit aufkeimt, begünstigt er die Fermentation des Käses und bereichert ihn mit weiteren Nährungseigenschafen, die ihm die Aufmerksamkeit von Gastronomen und Ernährungswissenschaftlern bescheren.
Auf diese Weise garantieren die Rückkehr zu antiken Zeiten und die handwerkliche Verarbeitung dem zeitgenössischen Menschen ein weiteres Mal ein neues Nischenprodukt (das bis heute EINZIGARTIG IN ITALIEN ist) aber auch einen Rettungsanker in Bezug auf “Slow Food”, der von den Experten als unverzichtbar bezeichnet wurde, um ein perfektes psychophysisches Wohlbefinden zu erhalten.


DIE GESCHICHTE
Der Name der Ortschaft hat sich im Lauf der Jahrhunderte entwickelt (Mons Damarum-Monte Daino-Mondaino) und bezieht sich vielleicht auf die Damhirsche („daini“), die hier einst in großer Anzahl in den Wäldern der Gegend lebten. Wahrscheinlich waren die Gründer des Ortes die Etrusker, welche sich längs der wichtigsten Apenninischen Talebenen des adriatischen Hangs ansiedelten, nachdem sie die Umbrer verdrängt hatten. In der römischen Epoche wurde das Gebiet organisiert und in verschiedene Ortschaften und Produktionszentren unterteilt, unter denen wir den Vicus Dianensis finden, der berühmt ist für den der Jagdgöttin Diana gewidmeten Tempel. In den nachfolgenden Epochen war Mondaino Hauptdarsteller der wichtigsten historischen Ereignisse in dieser Gegend. Im Zeitalter der Langobarden wurde eine Pfarrkirche errichtet, die man dem heiligen Märtyrer Apollinare widmete, ein Zeugnis dafür, dass der Ort die Rolle eines kulturellen und sozialen Zentrums spielte. 1069 war ein gewisser Pietro Pennone Herrscher des Kastells, ein reicher Einwohner aus Rimini, welcher es San Pier Mamiani schenkte. Die Allianz mit den Malatesta geht auf das Jahr 1289 zurück, als Mondaino, zusammen mit anderen Kastellen aus dem Raum um Rimini sich auf die Seite dieser adeligen Familie stellte und deren Machtaufstieg in Rimini begünstigte. Der Handel mit im lokalen Rio Salso gewonnenen Mineralsalz begünstigte im Mittelalter das Aufblühen der Wirtschaft indem es durch die Ausbreitung eines dichten Handelsnetzes für zahlreiche Werkstätten Arbeit erschuf. An Mondaino wird in den Chroniken des 14. und 15. Jahrhunderts als der Ort der Bündnisse erinnert. 1393 unterzeichnete Carlo Malatesta im Saal des Kastells den Frieden mit seinem ewigen Feind Antonio da Montefeltro. Im folgenden Jahrhundert, 1459, traf Sigismondo Pandolfo Malatesta aus dem gleichen Grund Federico II, Herzog von Urbino, in dem Jahrhunderte zuvor vom Heiligen Franziskus auf dem nahe liegenden Mone Formosino gegründeten Kloster. 1462 war das Abkommen mit den Malatesta mittlerweise eine weit zurückliegende Erinnerung und nach mehreren Versuchen gelang es Federico das Kastell von Mondaino zu erobern um es daraufhin der Kirche zur Gabe zu machen. Die lange Herrschaft des Kirchenstaates wurde nur zweimal unterbrochen: 1523 als das Kastell und sein Umland wenige Monate lang den Medici als Sicherheit für die Zahlung einer Schuld abgetreten wurden und 1797 als die Truppen Napoleon Bonapartes sie eroberten. Nunmehr steht die Gründung des Königreichs Italien vor der Tür. Während des Risorgimento im 19. Jahrhundert kam es in der ganzen Romagna zu Unruhen und Mondaino nahm 1845 am Aufstand von Rimini teil mit einer starken Schar an Patrioten, die getragen wurde vom Motto”zivile Freiheit, säkulare Regierung, öffentliche Ordnung“. Der Ort wurde 1861 dem Königreich Italien angeschlossen, nachdem die piemontesischen Truppen den Wildbach Tavollo überquert hatten (damals die Grenze zwischen dem Kirchenstaat und dem Königreich Sardinien), um sich Giuseppe Garibaldi anzuschließen, der im Süden kämpfte.
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